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Felix wurde kastriert, denn für mehr als 2 Kaninchen reichen der Platz nicht
aus und wahrscheinlich auch nicht meine Nerven. Der kleine Kerl lebte sich
schnell ein und dann kam der Tag, an dem die beiden zu ersten Mal gemeinsam
spielen durften. Wanda war der "Platzhirsch" mit den älteren Rechten. Das
machte sie mit ein paar Pfotenhieben ihrem neuen Gefährten klar. Die Fronten
waren schnell geklärt und von nun an waren die beiden ein Herz und eine Seele.
Sie waren unzertrennlich und ich erlebte mit Wanda eine wundersame Veränderung.
Aus der neurotischen, einsamen Köttelmaschine wurde ein sanftes, stubenreines,
Kaninchen. Es machte richtig Spaß, zu sehen wie sie aufblühte.
Diese Erfahrung hat mich veranlasst, nie mehr nur ein Kaninchen alleine
aufzunehmen. Diese Tiere sind so gesellig und müssen einfach einen
Gefährten haben. In der freien Natur leben sie auch in Gruppen zusammen
und nie alleine. Aus meiner heutigen Erfahrung würde ich fast schon sagen
wollen, es ist nicht artgerecht, diese Kerlchen alleine zu halten. Ein
Meerschweinchen als Kamerad sollte es mindestens; ein Artgenosse ist aber
immer vorzuziehen.

Wenn ich aus dem Büro nach Hause kam, wurden den Tieren sofort die Ställe
geöffnet und Felix und Wanda konnten sich frei bewegen.
Meist legten sie sich unter den Esstisch und kuschelten.
Zu Anfang war Felix noch sehr verfressen. Immer, wenn man etwas Essbares
in der Hand hielt, glaube er, es sei für ihn bestimmt. Mit einem Satz war
er auf dem Sofa, setzte sich auf die Hinterläufe und stieg weiter bis zum
Hals, nur um etwas zu ergattern.
Am meisten Spaß gab es, wenn mein Freund eine Kohlrabi mitbrachte. Kaum
war sie gewaschen und das Messer gezückt, gab es kein Halten mehr. Dann
stürmten beide Tiere das Sofa und jeder wollte den ersten Bissen für
sich ergattern. Felix besabberte dann immer sein Kinn vor Gier; Wanda
war etwas cooler.

Eines Tages bemerkte ich, dass ein Auge von Wanda milchig wurde. Wanda wurde
blind, zunächst nur auf einem Auge, einige Monate später war die Arme ganz
blind. Sie kam mit ihrem Schicksal aber ganz gut zurecht, denn sie hatte ja
Felix als Führer. Außerdem bewegte sie sich in ihrer bekannten Umgebung.
An ein Umstellen der Möbel war allerdings nicht mehr zu denken.

Im Juni bekamen die beiden einen neuen Hausgenossen. Einen schwarzen Kater.
Ich hatte ihn schon mehrfach im Garten am Teich sitzen sehen und hielt ihn
für eine Katze aus der Nachbarschaft; bis zu jenem Tag, an dem meine
Nachbarin, mir zu berichten wusste, dass es sich um ein ausgesetztes Tier
handelte. Ich kaufte Katzenfutter und lud den Kater ein zu bleiben. Dieser
nahm die Einladung an und ab sofort waren die Näpfe immer leer. Der Kater
wurde unser neuer Hausgenosse und Felix bester Freund. Wir nannten ihn
Othello. Othello ist ein Freigänger geblieben, das heißt, er ist nicht
immer im Haus, sondern streift über Tag - und manchmal auch des nachts -
in der Nachbarschaft umher. 
Alles war in "Butter" bis Wanda im Juli 1999 plötzlich Blähungen bekam,
eine für Kaninchen ernsthafte Erkrankung. Sie bekam eine krampflösende
Spritze, die aber nicht half. Wanda stellte das Fressen ein, sodass
Aufbauspritzen verabreicht werden mussten. Ihr Zustand verschlechterte
sich dennoch. Sie fraß nicht mehr, egal, was ich auch anbot. Wieder
Spritzen. Als ich die Kleine vom Tierarzt nach hause trug, wusste ich,
dass sie es nicht schaffen würde. Ich habe mich neben ihren Stall gesetzt
und gewartet bis sie eingeschlafen war.
Später habe ich erfahren, dass Kaninchen, wegen ihres komplizierten
Magen-Darmsystems und zu Aufrechterhaltung der Verdauung immer fressen müssen. Wenn die Kaninchen krank werden und deshalb nicht fressen, muss man sie anfüttern, damit die Verdauung gewährleistet ist. Babynahrung, z.B. Möhren und Mais ist empfehlenswert. Hätte ich das damals gewusst, wäre Wanda vielleicht zu helfen gewesen. Woran sie gestorben ist, haben wir nie ermitteln können. Wanda wurde ca. 4 Jahre alt.
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