|
1976 fand ich auf dem auf dem Weg nach
Hause ein verletztes Hauskaninchen. Vermutlich wurde es von einen Auto
angefahren. Ich habe das hilflose kleine Wesen mitgenommen,
weil ich Kaninchen immer schon besonders mochte. Der Tierarzt konnte dem
kleinen Kerl nicht mehr helfen, denn sein Hinterlauf war gebrochen. Es
musste einschläfert werden. Ich hielt das Kaninchen auf meinem Arm und ein
Blick in seine Augen öffnete mein Herz für die Kaninchen. Danach kaufte
ich ein weißes Kaninchen mit schwarzen Ohren und roten Augen. Es bekam den
Namen Pepone. Pepone war sehr verschmust und forderte einen
immerzu mit Nasenstupsern zum Streicheln auf. Das ist die Sprache der
kleinen Kerle, wenn sie auf sich aufmerksam machen wollen. Erwidern sie
das Streichen lecken sie. Der kleine Pepone wurde leider nicht sehr alt,
auch sein Nachfolger Kimble war nicht lange bei uns. Doch dann zog ein
Kaninchen bei uns ein, dem ich meine erste Geschickte widme.
|
|
|
Am 23.12.1986 zog der 6 Monate alte
Sellers bei uns ein. Er konnte sein Glück kaum fassen. Nach einer kurzen
Eingewöhnungszeit durfte er seinen Stall verlassen und erforschte
gründlich die Wohnung. Ganz schnell machte der kleine Kerl mit klar, dass
er
für seine Geschäfte gefälligst ein Katzenklo haben wollte. Stubenrein und
glücklich trollte er durch die ganze Wohnung. Ganz besonders liebte er
Weihnachtsbäume. Er rappelte und zog so an den Ästen herum, dass ich auf
elektrische Kerzen umsteigen musste. Was soll's, er war happy. Da
Sellers ein halbes Jahr nur im Käfig gesessen hat konnte man ihm zu Anfang
mit Carlo Thränhardt vergleichen, ich glaube seine Sprünge waren 1 Meter
hoch, mit den
verrücktesten Drehungen in der Luft. Schnell bekam er heraus wo sein
Futter aufbewahrt wurde. Hörte er das Türschloss vom
Küchenschrank, so kam es aus dem hintersten Winkel der Wohnung angelaufen,
um sich sein Lieblingsfutter zu erbetteln. Grünrollis. Später als er immer
draußen war, sein Stall war Tag und Nacht offen wurde er ruhiger. Sellers
lebte mit uns in der Innenstadt in einer Hinterhofwohnung zwar schön grün
aber leider nördlich ausgerichtet. An einer großen Wohnküche war ein
kleiner Balkon, den er aber nie betrat. Er lag nur immer lang
ausgestreckt in der offenen Türe. Am 4.2.1994 zog ich mit Sellers in
eine Wohnung mit Garten. Dort lernte er die Sonne kennen. Er lag bei über
40 Grad in der Terrassentüre und ließ sich von der Sonne bescheinen,
Stunde um Stunde. Er war weder von seinem Stammplatz wegzulocken, noch
konnte ich ihn bewegen, etwas zu trinken. Ich musste zu dem
"Sonnenschirmtrick" greifen und für Schatten
von außen sorgen. So senkte ich wenigstens die Temperatur um einiges.
Sellers kapierte aber auch schnell, dass die Sonne immer bleibt und
so dosierte fortan seine Brutzelstunden. Sellers brachte mit seinem leicht eigenbrötlerischen
Charakter Farbe in unser Leben. Er nahm am Familienleben teil, begrüßte
die Gäste an der Haustüre und wartete jeden Nachmittag auf mich in
Türnähe, wenn ich vom Büro nach Hause kam. Dann gab es zunächst
Streicheleinheiten. Mit zunehmenden Alter fing Sellers an zu schnarchen.
Da er meinen Freund sehr mochte, schlief er immer in seiner Nähe und
schnarchte. Er war zufrieden, sein Freund aber, konnte nicht schlafen,weil sein Freund so laut schnarchte. An einem
Samstagmorgen, im Frühjahr 1995, bekam Sellers einen Schlaganfall, den er
zwar überlebte, aber der Tierarzt, der Gott sei Dank seine Praxis auch
Samstag aufhatte, stellte keine gute Diagnose. Schweren Herzens mussten
wir unseren guten alten Kerl einschläfern lassen. Wir werden ihn nie
vergessen. Sellers wurde fast 10 Jahre alt.
|